Maria Cristina Tangorra - Pforzheim

 
Maria Cristina Tangorra
ART-Gottesdienst: Chloris Vermächtnis
Hohenwart Forum Pforzheim
03.04.2025

Malerei
ART-Gottesdienst
In Kooperation mit dem Hohenwart Forum Pforzheim (Christina Körner)
 
Chloris ist in der griechischen Mythologie in erster Linie als Göttin der Blumen, Blüten und des Frühlings bekannt. Die Natur ist für Maria Cristina Tangorra eine wesentliche Inspirationsquelle ihrer Kunst und bildet ein verbindendes Element der Kulturen. Thematisiert werden Landschaften und Bilder, die an die italienische Renaissance erinnern, an persische Paradiesgärten, mystische Labyrinthe oder englische Landschaftsparks. Mal abstrakt oder erzählerisch - mal figürlich oder reduziert dargestellt. Manche Blüten erscheinen üppig aus der Tiefe des Ölbildes und der Farben oder ganz fein und ziseliert mit Silberstift und Aquarell. Manche Werke beziehen sich bereits im Titel explizit auf Gärten, oder haben symbolische Titel. Die Leidenschaft für Gärten wird von der in Rom und Mailand ausgebildeten Künstlerin unterschiedlich interpretiert und das Portfolio, das wir sehen ist sehr breit: Ölbilder auf Leinwand, Tondis, Aquarelle, Drucke, Mixed-Media-Arbeiten, zart bemalte Bilder auf feinem stoffähnlichem Gewebe, Monotypien aber auch Objekte. Tangorra experimentiert mit unterschiedlichen Medien und Materialien – wie Monotypien, Silberstiftzeichungen, Öl- und Acrylmalereien auf Papier und Leinwand. Dabei schöpft sie aus dem Reichtum der symbolischen Formen griechischer Mythen und antiker Sagen sowie den Schriften der Mystiker*innen. 
(Auszug aus der Vernissage Rede von Christina Körner)

Chloris, die Frühlingsgöttin führt uns heute durch das Werk von Maria Christina Tangorra. Wir eröffnen in diesem ART-Gottesdienst ihre Ausstellung mit Titel: Chloris Vermächtnis.
Das Vermächtnis der Frühlingsgöttin. Eine interessante Verknüpfung, die uns dieser Tag anbietet: Das Vermächtnis der Frühlingsgöttin – und das Vermächtnis von Karfreitag, das Vermächtnis Jesu. Ob sich diese beiden Vermächtnisse nebeneinanderlegen lassen, oder sich widersprechen oder ergänzen oder ausschließen – dieser Spur folgen wir in diesem Gottesdienst [...].
Betrachtet man Maria Cristina Tangorras Garten- und Naturbilder, ihre Liebe zu Chloris und dem Motiv des Gartens – dann sind diese nie gefällig. Man sieht, dass sich [eine] Ambivalenz des Gartens [...] in ihren Werken finden lässt. Wohl ist der Garten ein Sehnsuchtsort – aber nicht nur im Sinne einer erfüllten Ordnung, sondern auch als Ort, an dem diese Ordnung brüchig wird, die Welt aufbricht, auf eine andere Dimension verweist und sich in aller Ambivalenz zeigt. Der Garten ist nicht mehr nur das Paradies, sondern auch ein Raum, in dem sich entscheidet, ob Hoffnung mehr ist als nur die Erwartung des nächsten Frühlings. Philosophisch könnte man sagen: Die Hommage an Chloris und das vielgestaltige Motiv des Gartens bei Maria Cristina Tangorra oszilliert zwischen zwei Zeitmodellen: Dem zyklischen Modell der Natur: alles kehrt wieder - und dem linearen, irreversiblen der Geschichte. Chloris verspricht, dass das Leben weitergeht. Gethsemane zeigt, dass Hoffnung auch dann möglich ist, wenn es nicht weitergeht wie zuvor. Dass es Hoffnung gibt, die durch den Abbruch hindurch entsteht. Gethsemane zeigt, dass wir uns sogar mit dem Tod befremden können [...]. Nicht Chloris hat das letzte Wort, sondern der Gott, der auch in Gethsemane gegenwärtig bleibt. Zugespitzt ausgedrückt: Der Frühling erklärt das Leben – der Karfreitag rettet es.
(Auszug aus der Predigt von Pfarrer Uwe Roßwag-Hofmann)