Unsere Geschichte

Die Anfänge der Gemeinschaft waren nicht von Höhenflü­gen gezeichnet; sie waren aus der tiefen wirtschaftli­chen Not geboren, in die die Künstler während der NS-Zeit und den Nachkriegsjahren geraten waren. Der Idee, eine solche Gemeinschaft zu bilden, fand die Zustimmung des Ordinariates, so dass sich diese 1951 eine Satzung gab, in der die Ziele in § 1 wie folgt beschrieben wurden:

„Gemeinschaft christlicher Künstler, Erzdiözese Freiburg ist der Zusammenschluss der bildenden Künstler der Erzdiözese Freiburg, die sich aus christlichem Geist um die Erneuerung der religiösen Kunst bemühen und durch persönlichen Austausch wie durch Wirksamkeit nach außen die künstlerischen Kräfte sammeln, zur Wirkung bringen und durch gegenseitiges Helfen und Standesschutz sich fördern.

Diese Ziele sollen erreicht werden durch regelmäßige Zusammenkünfte und Aussprachen, Einkehrtage, gemeinsame Schriftlesung u.a.; dann durch Ausstellun­gen, Vorträge, Publikationen usw."

Erfolgreiches Wirken


Die Gemeinschaft fand in Künstlerkreisen schnell Zuspruch. Neben gemeinsamen Veranstaltungen und Ausstellungen prägte schon frühzeitig die Publikation der künstlerischen Leistungen der Mitglieder in ihrem Organ „aus unserem schaffen" ihre Wirksamkeit. [....]

Die Gemeinschaft wuchs schnell zu einem Forum des Austausches zwischen den Künstlern und zu einem Partner zwischen den Künstlern, den Architekten, der Kirchenbehörde und den Erzb. Bauämtern heran. [...]

Architektur und Bildende Kunst verbinden sich im Kirchenbau. Hier muss immer wieder neu die Auseinandersetzung und Befruchtung gesucht werden. Dies gilt auch für den Bestand an historischen Gotteshäusern, die mit ihrer überkommenen Ausstattung zum spannungsvollen Dia­log zwischen alter Kunst und zeitgenössischem Schaf­fen einladen. Dabei führten Tendenzen im Kirchenbau, in dem zeit­weise die „reine Architektur" dominierte, zu manch Spannungen, wie der Brief vom 25. Oktober 1974 des damaligen Vorsitzenden Werner Groh an Generalvikar Dr. Robert Schlund deutlich dokumentiert („Wir mei­nen, dass künstlerische Ausstattung so wichtig ist wie das Gebäude selbst und sich diese auf keinen Fall erschöpfen kann in Architektur oder in den für den Kult notwendigen Geräten wie Altar, Ambo, Tabernakel usw.. Die Aussage in Bildern ist eine notwendige, weil für den Menschen wichtige Gestaltung. Dieser Mangel ist teilweise schon so groß, dass manche bereits von einem Substanzverlust sprechen").

Reichenauer Künstlertage


Ein wichtiges Ereignis der Gemeinschaft waren die Beuroner Künstlertage, die in den 70er Jahren ihre Fortset­zung in den Reichenauer Künstlertagen fanden, die im Wechsel mit dem Kunstverein der Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgerichtet werden.

Hier gab es für die Gemeinschaft keine Tabu-Zone und es ist immer wieder erstaunlich, wie auf den Reichenauer Künstlertagen neue Themen angegangen werden, die zum Kern der gegenwärtigen Kunstdebat­te vorstoßen.
Vielfach beachtete Ausstellungen, [...] runden das Bild des Wirkens der Gemeinschaft ab.
(Quelle: Bernd Mathias Kremer, „Dank an die Gemeinschaft christlicher Künstler“, in: aus unserem schaffen – Heft 15/2000)